EVA Raubdruck
.info/E ~
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Registick zur Raubdrucker-Szene
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22.01.2012
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Im Dienste der Arbeiterklasse
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MC Frankfurt
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Europaeische Verlagsanstalt
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JaNuAr 2012
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SaBINE gROENEWOLD
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Zur
Gesamtliste aller geplanten Stichworte
A-Z der Volksausgaben auf Fackel.be

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e
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Selbst ein "linker Verlag"
wie die Europaeische Verlagsanstalt [EVA] fiel gelegentlich
der ein oder anderen Raubdruckerei zum Opfer.
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Die hierbei entstandenen Produkte stehen jedoch
nicht im Mittelpunkt dieser Eintragung
im Schwarzdruck-Kompendium von Raubdruck.info ~
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Es geht vielmehr um einen ebenso verzweifelten
wie dilettantisch ausgefuehrten Versuch der EVA,
zwischen 1967 + 1969 ihrerseits "unter der Hand"
im Raubdruck-Geschaeft mit
: mischen zu wollen,
das bis dato eher von sub
: kulturell oder untergruendig : subversiv
inspirierten Netzwerken dominiert wurde,
die sich als Verwandte der "Mutter aller Raubdruckerinnen"
empfanden : Der Kommue I zu Berlin.
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Hier folgt noch ein Passus zur Verlagsgeschichte der EVA -
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Bei dem hier geschilderten Versuch,
im Untergrund der Raubdrucker-Szene Fuss zu fassen
geht es um Ereignisse der fruehen 70er Jahre.
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Natuerlich ist die heutige EVA in Gestalt des
inzwischen
unter diesem Mantel aktiven Verlag
es nach vielerlei Wechseln
von Besitzern &  Management nicht mehr identisch mit dem Krisenmanagement der EVA um 1970.
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QtW kennt die richtigen Quellen
:
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Das nachfolgende Grosszitat stammt aus dem Buch
der ehemaligen EVA-Verlegerin Sabine Groenewold :
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QtW.in/G/r/o
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Mit Lizenz ~
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Geschichte der Europäischen Verlagsanstalt 1946–1996.
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Irmgard Heydorn ~
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Herausgeberin Sabine
Groenewold
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EVA ~ Hamburg 1996, ISBN 978-3-434-50095-7
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Also sozusagen aus Erster Hand,
weil Sabine Groenewold bei ihrer Historischen Arbeit zur "Vergangenheitsbewaeltigung" Zugang zum mit
: erworbenen Verlagsarchiv "Frueherer Generationen"
von Eigentuemern der EVA genoss.
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Sogar zu jenen, die gelegentlichem Publizieren
"Ohne Lizenz"
auch nicht abgeneigt waren.
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"Billige Buecher fuer die Basis"
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Als Zielgruppe peilte die EVA nach ihrer Neuausrichtung
auf den "Gesellschaftlichen Aufbruch" 1969
Studenten, Arbeiter
&  Schueler an,
denen sie "Theoretische Grundlagen" zu vermitteln beabsichtigte.
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Selbige sollten wiederum von jenen geliefert werden,
die gerade frisch in in ihre Professuren eingewiesen wurden.
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Bevoelkerungsgruppen also, die wenig Geld fuer Buecher hatten
oder auszugeben bereit waren.
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Beim Festlegen der Preise galt es ausserdem zu bedenken,
dass der Buchmarkt in den Universitaets
: Staedten von einer
auf
: bluehenden Raubdruck-Kultur gepraegt wurde.
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Vergriffene
&  vergessene Theoretiker der 20er Jahre
erlebten ihre unlizensierte,
Mitunter sogar von den Autoren unerwuenschte Wiederauflage
die in meist schlechter Druck-Qualitaet mit billigem Einband
ueber die linken Buchlaeden verkauft oder
aus Koffern
&  Von TapezierTischen in Mensa : Vor : Raeumen
feilgeboten wurden.
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Doch ein Teil der Raubdrucke bestand auch aus Buechern
die gerade erst ganz frisch erschienen waren.
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So gab es die EVA-Ausgabe von Alfred Rosenberg's
Buch "Demokratie
&  Sozialismus"
alsbald auch unter dem Imprint "HASI-Press".
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In Berlin kuriserten massenhaft selbstherrlich hergestellte
Kopien von Rosenberg's
"Geschichte des Bolschewismus".
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Teile etlicher von der EVA publizierter Texte
aus der Feder Rosa Luxemburg's
sowie ihrer Biographie von Paul Froehlich
fanden Aufnahme in illegale Sammelbroschueren wie
"Rosa Luxemburg
&  Die Oktoberrevolution von 1917."
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Angeregt von dieser Buchkultur
kam man im Verlag auf die Idee,
selbst Fortdrucke ohne Impressum anzufertigen
&  An Laeden die Raubdrucke fuehrten zu verkaufen.
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Hier raubdruckte sich die EVA gewissermassen selbst,
indem sie zusaetzliche Buecher gedruckt hat,
denen jeweils die Seite mit Angaben
zu Hersteller
&  Verlag fehlten.
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Was freilich dazu fuehrte, dass fuer geraume Zeit ein
"Doppelter Markt" existiert hat,
zu dem nicht immer auch die Zustimmung aller Autoren
eingeholt werden konnte :
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Auf der einen Seite belieferte die EVA den Buergerlichen Buchhandel
&  Dessen Epigonen zur Linken
zum Vollpreis.
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Die durch's grassierende Copyright Infrightment mit preisguenstigen, besonders wettbewerbsfaehigen Buchausgaben verwoehnten Experten des Bouquinistischen Undergrounds
nutzte die EVA dagegen im parallelen Zangenangriff
fuer Preisbrecherei in eigener Sache,
weil sie glaubte, ohne permanente Praesenz in der Raubdruck-
Szene nicht mehr am Markt bleiben zu koennen.
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Doch ein Frankfurter Buchhaendler fand heraus,
woher die Buecher kamen und drohte,
einen Skandal daraus zu machen.
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So entschieden sich die EVA-Macher 1970,
ganz offiziell
eine vergleichbar billig ausgestattete Reihe zu produzieren,
deren Bezug allen Buchhandlungen offenstand.
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Ein Styling-Klau sozusagen.
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Es war die Geburtsstunde der "BASIS-Reihe".
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Studienausgaben von Texten, die zuvor in teures Leinen
gehuellt oder nur wenig billiger kartoniert feilgeboten wurden
sowie die sogenannten "Arbeitsergebnisse"
erschienen nun im Packpapier-Look.
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Dazu zaehlte z.B. die als "Einfuehrung in das Kapital"
von Karl Marx vermarktete "Kritik der politischen Oekonomie"
die grossen Teilen der Kundschaft den Zugang zum
doch etwas sperrigen Monumentalwerk erleichtern sollte.
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Die geheftete Schrift kostete nur 5 Mark,
die Preise professioneller hergestellter Buecher
lagen bei 6, 9 oder 12 DM.
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Allerdings war zugleich das Honorar fuer die Verfasser,
die "Marx Arbeitsgruppe Historiker"
auf 2% gesenkt worden,
waehrend im kapitalistischen Normalvollzug des Publizierens ueblicherweise zwischen 8 und 12 Prozent gezahlt werden.
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Die >basis<-Buecher wurden auf holzhaltigem Papier gedruckt,
welches sich nach der Druckerschwaerze
ebenso schnell auch dem Gilb hingab,
Gelumbeckt
&  In packpapier : braune
Cover aus Duennkarton ohne Schutzumschlag gepresst.
~
Auch dies wurzelte in speziellen Ideologien von 1968.
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Bislang hatte die EVA als kleine Schwester
der Buchkunst-Produzentin "Buechergilde Gutenberg"
grossen Wert auf gut gestaltete Buecher gelegt.
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Doch wurde die "Buergerliche Aesthetik"
jetzt mit kulturrevolutionaerem Habitus als reaktionaer entlarvt.
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Also erhielt die
>basis<-Reihe eine Gestaltung
mit "proletarischer Anmutung"
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Dem Ullstein-Buchgrafiker Ulf Weidemann
gefiel das "an Primitivismus erinnernde" frische
Buch-Design so gut, dass er fuer die TaschenbuchReihe
"Ullstein Materialien" aehnliche Packpapier-Einbaende kreiierte,
was mit ein paar Lizenz-Ausgaben von EVA-Titeln im Hause Ullstein abgekartet wurde.
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Insgesamt erwies sich seit 1968, dass die von der EVA betriebene Expansion in die neuen Kunden-Gefilde Jahr fuer Jahr
Defizite von mehr als 100 Tausend Mark produzierte.
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Zunext zeigte sich die "Bank fuer Gemeinwirtschaft"
auf Weisung der DGB-Oberen in Personifizierung
durch Walter Hesselbach willig, diese Verluste
grosszuegig mit Krediten zu polstern.
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Es handelte sich halt um ein Projekt politischer Einflussnahme
auf eine in ihrem weiteren Verlauf nur schwer kalkulierbare Protest-Bewegung.
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Den nexten Versuch, auch finanziell wieder eigenen Boden
unter die Fuesse zu bekommen,
unternahm das EVA-Team nach dem Platzen der Raubdruck-Traeume in Richtung Porno,
die allerdings gleichfalls unter "Falscher Flagge" auf den Markt geworfen werden sollten.
~
Eine hierzu erstrebte Zusammenarbeit mit dem
"Vertikal geschickten Verleger" Joerg Schroeder
kam jedoch nicht zustande.
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Schroeder hatte neben dem Maerz Verlag &  Seinem
gleichfalls wenig rentablen, aber hochgelehrten,
auf Judaica spezialisierten Melzer Verlag
auch noch die "Olympia Press" in seinem Portefeuill
untergebracht, die mit ihrer Uebersetzung der
"Geschichte der O" von "Pauline Reage"
satten Pofit abwarf.
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Notgedrungen trat die EVA statt dieser Traumhochzeit
daraufhin ueber einen "Normal Verlag"
auf dem Blankenbusenmarkt an
so dass auch diese Unternehmung bald mit einem weiteren finanziellen Desaster endete.

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Die DDR raubt der EVA ihre KPD .
Buchwelt ~ Skandal des Jahres 1972
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Dass die [sich] selbst raubdruckende
Europäische Verlagsanstalt ihrerseits
durchaus ruppig reagierte,
wenn andere vermeintlich zweifelsfreie "Historische Erbmasse"
auch urheberrechtlich zu verwerten versuchten  verdeutlicht der Konflikt um die Gruendungsdokumente der Kommunistischen Partei Deutschlands [KPD].
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Wird gelegentlich fortgefuehrt ~
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Pink Panther .
Die Stichworte EVA + Raubdruck
im Fahndungsraster der Suchmaschine
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LinX ~ : .
Die EVA bei Google
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EVA @ Wikipedia
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Wikipedia zur Europäischen Verlagsanstalt
~ Le &  P
e : W ~
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Raubdruck.info
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Index of Raubdruck.info/Registick
widmet sich den paar bereits online greifbaren Seiten
~
Zur Leadsite der Raubdruck-Registick von Fackel.be,
wo frisch auftauchende Fragestellungen
ihrer Beantwortung harren.
~
Die Gesamtliste aller geplanten Stichworte
:
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Dem A-Z der Volksausgaben auf Fackel.be
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An welchen Registern
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die Sozialnetz ~ Fackel sonst noch zieht
~
Zwischen Karl & Kraus :
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Die "Fackel Worlds of  S+B.biz"
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 ===========}==== 1st site_pub: 18.01.2012 ================

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URL
of this Nu10J ~ Site :
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Raubdruck.info/Registick/E/
RinReg_EVA
.Europaeische_Verlagsanstalt.html ~
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Sozialnetz    &  Blumenwiese ~  ~ esoz.eu ~

::: ::: 999 Trittbretter & Der Name des Zuges ist das Geheimnis ~
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